„Das ist ein unglaubliches Glück.“
Helmut Deutsch im Gespräch mit Brigitte Ulbrich
22.01.2026 ⎸Der Applaus im Grazer Musikverein wollte gestern kein Ende nehmen. Standing Ovations nach einem großartigen Liederabend, der tragend begann und tief nachwirkte. Helmut Deutsch saß am Klavier – wie immer präsent, aufmerksam und unverkennbar mit eigener Handschrift. Am Morgen danach treffen wir einander zum Gespräch. Die Musik hängt noch im Raum. Und da ist diese Ruhe, die man nur bei Menschen findet, die seit Jahrzehnten aus innerer Überzeugung tun, was sie tun. Wir sprechen über das Gestern – und sehr schnell über das Davor. Über das Glück eines Berufs und über einen Buben, der früh wusste: Ich werde Musiker.
Brigitte Ulbrich
Herr Deutsch, der Abend gestern war von großer Dichte und Ruhe getragen. Wie geht es Ihnen am Morgen danach?
Helmut Deutsch
Danke sehr gut. Aber, nach einem Konzert weiß man nie, was danach noch ansteht, eine kleine Unsicherheit. Ich war heute um sechs Uhr wach … Das ist kein Problem. Viele Flüge gehen um sechs Uhr früh.
Brigitte Ulbrich
Der Applaus gestern war großartig – Standing Ovations. Das Publikum in Graz schien eng vertraut.
Helmut Deutsch
Ja, natürlich - ich war 1969 das erste Mal hier – das sind 57 Jahre. Umso glücklicher macht es mich, wieder hier zu sein. Und ich wohne auch hier (das Interview findet im Café des Grand Hotel Wiesler statt), seit vielen Jahren, immer im selben Zimmer.
Brigitte Ulbrich
Und jetzt ist es noch relativ früh am Morgen nach einem großen Liederabend. Ist nach so einem Termin nicht lieber Entspannung angesagt?
Helmut Deutsch
Ich bin es gewohnt. Die frühen Flüge. Ich hätte es sicher auch vor 2 Stunden machen können.
Brigitte Ulbrich
Mein Respekt. Das Grazer Publikum hat Sie und Piotr Beczala gestern gefeiert. Eine sehr gute Energie, beiderseits. Auch letzte Woche mit Jonas Kaufmann. Wenn man Sie so erlebt – diese Selbstverständlichkeit im Musizieren – entsteht der Eindruck, dass dieser Weg früh begonnen hat. Erinnern Sie sich, wann für Sie klar war: Ich werde Musiker?
Helmut Deutsch
Meine Eltern haben beide immer musiziert, waren aber von Beruf Naturwissenschaftler. Beide haben im Chor gesungen, zuhause wurde sehr viel Kammermusik gemacht und auch gesungen. Es gab am laufenden Band Hausmusikkonzerte. Da lernte ich die Musik bereits kennen. Ich war auch immer sehr gerne dabei, nicht, weil ich so ein braver Bub war – aber mich hat das wirklich fasziniert. Und es gab eigentlich schon sehr, sehr früh, so in den Teenagerjahren, nur einen Gedanken im Kopf: Ich werde Musiker. Meine Eltern waren davon nicht so begeistert und haben gesagt: Studier’ was Richtiges, dann kannst du immer noch Musik machen. Das gab es auch bei sehr berühmten Leuten, zum Beispiel bei Karl Böhm, dessen Vater gesagt hat: „Du machst dein Jus-Studium und dann mach, was du willst.“ Bei meinen Eltern war es nicht so rigoros, und ich durfte also Musik studieren und habe nie etwas anderes im Kopf gehabt.
Brigitte Ulbrich
Ein großes Glück. Nicht nur für Sie selbst, sondern für das Publikum. Gestern war der Liederabend mit Piotr Beczala, vor einer Woche nur mit Jonas Kaufmann, beide konkurrenzlos. Ehrlich gesagt: Wenn Sie sogar allein spielen würden, wäre es für mich sehr recht.
Helmut Deutsch
Das hat mich aber nie interessiert. Solistisch nie. Komischerweise musste ich selbst als Student, als ich natürlich auch ein Klavierfach hatte, solche Sachen spielen. Aber ich habe mich dabei immer allein gefühlt. Ich habe sehr gern Lied gespielt, sehr gern mit Instrumentalisten Kammermusik gemacht. Das Lied war eigentlich immer Nummer eins. Das liegt an den Gedichten.
Ich war ein sehr romantischer Bub. Ich habe Fußball gespielt, bin laufen gegangen, Skifahren, eislaufen gegangen – alles Mögliche. Aber Lyrik hat mich sehr interessiert. Und als ich dann draufgekommen bin, dass Gedichte, die ich besonders mochte – von Heine, aber auch von Goethe oder Eichendorff – vertont sind, war das ein tolles Erlebnis. Ich habe plötzlich gemerkt, dass andere Menschen, berühmte Dichter, dieselben Gefühle hatten wie ich als pubertierender Knabe. Das war faszinierend. Und so bin ich eigentlich zur Musik und vor allem zum Singen und zum Lied gekommen.
Brigitte Ulbrich
Wenn Sie gemeinsam interpretieren: Kommt für Sie zuerst demnach die Sprache der Lyrik und dann die Musik – oder umgekehrt?
Helmut Deutsch
Das ist eigentlich ein uraltes Thema – „prima la musica“. Natürlich ist Im Lied die Konzentration auf Text und Musik so stark wie nirgends sonst. In der Oper gibt es – abgesehen von oft abstrusen Handlungen – nur wenige wirklich herausragende Libretti: Hofmannsthal, der Rosenkavalier: Das sind hochpoetische Texte, etwa die Monologe der Marschallin über die Zeit. Das könnten auch Lieder sein.
Im Lied steht das Gedicht im Zentrum. Nehmen wir Schumanns Mondnacht nach Eichendorff: eine einzigartige Perle auf beiden Seiten. Da kann man nicht sagen, die Musik ist schön, den Text brauche ich nicht. Das ist eine grandiose Vereinigung zweier Kunstformen.
Brigitte Ulbrich
Zwei Kunstformen, zwei Partner. Arbeiten Sie immer in völliger Übereinstimmung mit den Sängerinnen und Sängern – oder gibt es auch unterschiedliche Sichtweisen?
Helmut Deutsch
Natürlich gibt es auch unterschiedliche Meinungen. Ich könnte diesen Beruf nicht so lange ausüben, wenn ich nicht akzeptieren würde, dass es verschiedene Sichtweisen gibt. Jede Komposition ist bereits eine Interpretation des Gedichts. Der Komponist hatte eine Sicht, der Sänger eine weitere, und auch der Pianist bringt seine Perspektive ein. Es ist ein Wechselspiel von Empfindungen, die man nicht immer hundertprozentig teilen muss. Daraus entstehen unterschiedliche Tempi, verschiedene Rubati. Als Liedbegleiter muss man akzeptieren, was der Sänger möchte. Wenn man dauernd dagegen ist, hat man den Beruf verfehlt.
Ideal ist, wenn man sich nahezu blind versteht. Nicht alles ausdiskutiert, sondern instinktiv Ideen aufnimmt. Das ist in jedem normalen Gespräch zwischen zwei Menschen auch so. Man geht auf den Tonfall, auf die Geschwindigkeit des Partners ein, und das ist in der Musik nicht anders, natürlich genauso.
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Brigitte Ulbrich
Wir haben gestern beobachtet, dass Sie leise mitsingen, sich auch singend betätigen. Stimmt das?
Helmut Deutsch
Ja, das stimmt. Singen würde ich es aber nicht nennen, ich brumme eher mit. Bei CD-Aufnahmen hat mir ein Tontechniker einmal gesagt: „Es ist wunderschön, was Sie spielen, aber das Brummen müssen Sie lassen.“
Es ist so, man spielt ja sehr viel allein zuhause, probt die Stücke allein, feilt daran und denkt dabei nicht nur die Musik, sondern auch den Text mit. Und dadurch gewöhnt man sich an, in den vielen, vielen Stunden des Übens, dass man halt quasi mitmurmelt und brummt und singt. Und manchmal ist das auch sehr nützlich – jeder Sänger vergisst irgendwann einen Text, aber ich bin dran, habe natürlich den Text vor mir, das ist dann nicht so schwer.
Brigitte Ulbrich
Sie sind also auch Souffleur?
Helmut Deutsch
Ja, manchmal, auch Souffleur.
Brigitte Ulbrich
Ihr Spiel wirkt oft wie eine zweite Singstimme. Das ist doch eine sehr hohe Kunst.
Helmut Deutsch
Das ist das Traumziel. Über das Klavier kann man lange, lange philosophieren und reden, aber, böse gesagt, ist das Klavier ein Schlaginstrument. De facto können wir kein echtes Legato spielen, weil der Ton immer kleiner wird, wenn er länger dauert. Das ist dann ein Bluff, man muss suggerieren, cantabile zu spielen wie ein Sänger. Das bringen einem guten Lehrer schon sehr früh bei. Im Lied versucht man, Phrasen vorwegzunehmen oder aufzunehmen wie der Sänger. Allerdings, das ist bei Richard Strauss wieder anders als zum Beispiel bei Allegro Barbaro von Bela Bartók. Nicht immer ist cantabile die Umsetzung, aber sehr oft das Ziel.
Es gelingt auch nicht immer und es hängt auch vom Instrument ab. Wenn mir jemand sagt, mein Spiel sei fast wie Gesang, dann ist das das größte Kompliment.
Brigitte Ulbrich
Das zeigen Sie auch eindrucksvoll in Ihrem Film (auf Helmut Deutschs Homepage) „Im Schatten des Sängers“ (Salve TV GmbH). Dieser Film gibt spannenden Einblick in Ihre Kunst. Ihr Buch, das ich natürlich auch gelesen habe: „Den Gesang auf Händen tragen.“ Dieser Film gibt Einblicke in die Arbeit mit Sängern wie Juliane Banse, Bo Skovhus, Jonas Kaufmann, Diana Damrau. Die weltweite Elite der Sänger.
Helmut Deutsch
Und ein sehr poetischer Titel, so wollten wir das machen.
Brigitte Ulbrich
Es ist poetisch gelungen. Diesen Film kann man auf Ihre Webseite ansehen (helmutdeutsch.at). In Ihrer konkreten Arbeit mit Sängern und Sängerinnen: Wie schnell stellen Sie sich auf Stimmen ein? Kann es sein, dass von einer Minute auf die andere ein anderer Sänger kommt – und Sie sofort ‚eingestimmt‘ sind oder braucht es eine gewisse Vorlaufzeit? Sie führen Ihre Zusammenarbeit mit einer Ruhe aus, die ausgleichen wirkt. Stimmt das?
Helmut Deutsch
Es ist auch eine Frage der Balance. Das ist sehr, sehr wichtig. Es gab Sänger, die einen offenen Deckel beim Klavier nicht ausstehen konnten. Hermann Prey war zum Beispiel so jemand. Peter Schreier hat mir mal gesagt, das kommt von eurem Komplex, weil ihr keine Solisten seid. Deswegen wollt ihr einen offenen Flügel. Das ist völliger Blödsinn. Aber man muss bedenken: Wo ist der Sänger – in welcher Höhe, in welcher Tiefe singt er gerade? Ganz einfach: Wenn Sie die Forelle mit einem Sopran machen, müssen Sie es anders denken als mit einem Bass – das ist zwei Oktaven tiefer und kommt unter Umständen in die Region der linken Hand. Diese Abwägung ist entscheidend.
Eine Sopranistin wie Diana Damrau, die sehr hoch singt, kann ich mit tiefen Akkorden nie zudecken. Aber ein Bariton – wenn ich oben mit der rechten Hand zu dick bin – verschwindet. Das muss man lernen und irgendwann wird es Routine. Ob tiefe oder hohe Stimme, große oder kleine Stimme – es gibt unglaublich viele Unterschiede. Und ein wichtiges Kriterium ist die Balance. Ich hätte die Sänger zugedeckt – das habe ich, glaube ich, über mich noch nie gelesen.
Brigitte Ulbrich
Hat Sie das Singen jemals gereizt – vielleicht sogar mit dem Wunsch, selbst Sänger zu werden?
Helmut Deutsch
Naja, ich kann es nicht, aber ich habe so mit 15 - ich habe sehr früh mutiert – nein, mit 11 Jahren schon eine Bass-Stimme gehabt und war sehr stolz, denn es war schon ungewöhnlich früh. Da habe ich natürlich tolle Lieder zu Hause gebrüllt und dazu gespielt. Und ich habe ein einziges Mal vorgesungen, einer Gesangslehrerin, da war ich 15, und die saß nur da und hat den Kopf geschüttelt: „Nein, das wird nichts.“ Und ich habe es gleich aufgegeben. Ich war damals anders als die jungen Menschen heute. In der heutigen Generation würde man sagen: „Jetzt erst recht!“ Aber wir waren anders erzogen und ich habe das einfach hingenommen als Dictum und das war einfach so.
Aber das Singen gab es zum Beispiel im Chor. Ich war sechs Jahre im Singverein, der Chef war der Karajan, das hat mir gefallen. Da waren 180 Leute, da konnte auch eine Stimme wie meine bestehen, weil man intonationssichere Leute oder rhythmisch sichere Leute gebraucht hat, und die Stimmqualität bei 180 Menschen nicht so wahnsinnig entscheidend ist. Bei hohen Sopränen oder Tenören vielleicht. Aber ja, trotzdem, ernsthaft wollte ich nie Sänger werden. Aber ich finde schon, das ist das schönste Instrument, das es gibt.
Brigitte Ulbrich
Sie sprechen die jungen Menschen an, die heute selbstbewusst, auch allen Ratschlägen oder Bewertungen zum Trotz, ihren eigenen Weg oft erfolgreich gehen. Viele kommen in Ihre Konzerte, könnten es auch mehr sein? Konzertbesucher und die, die sich für den klassischen Gesang oder die Musik beruflich interessieren? Wie kann man junge Menschen am besten abholen – zu einem gediegenen Liederabend?
Helmut Deutsch
Ja, das ist eine Herausforderung, die diskutiert wird, nicht nur in Österreich, weltweit, aber besonders im deutschsprachigen Raum. Aus meiner Sicht hängt das mit den Änderungen im Schulsystem zusammen. Wir haben selbstverständlich nicht nur Chorsingen gehabt in der ersten und zweiten Klasse im Gymnasium und es wurden natürlich auch im Deutschunterricht Gedichte besprochen, es wurden Balladen von Schiller wirklich seziert und genau erklärt. Das ist alles weg. Man hat das Gefühl, ein junger Mensch heute, der gerade aus dem Gymnasium kommt, hat keine Ahnung von Symbolen.
„Mein Mädchen, ich möchte in deinen Garten gehen und die Rose pflücken.“ Sie denken, da geht es also um Botanik. Das ist eigentlich erschütternd. Und ich habe das Glück gehabt, dass mein Elternhaus vor allem mit Musik sehr viel zu tun hatte und dass die Erziehung vor weit mehr als einem halben Jahrhundert kulturell höher stand. Und heute sagt man, es ist viel wichtiger, dass man sich auf einem Computer auskennt, etwas wissenschaftlich macht, wirtschaftliche Kenntnisse hat, alles schön und gut, aber es ist schon erschreckend.
Kinder scheinen ab dem Kindergartenalter lediglich von privater Seite mit klassischer Musik konfrontiert, das ist aber niemals genug. Der Musikunterricht wurde in der Schule stark reduziert. Das ist eine Schande, gerade in einem Musikland wie Österreich.
Brigitte Ulbrich
Dabei lehrt einen die Musik so viel: Gemeinschaft, den Dialog.
Wie erholen Sie sich nach den Auftritten? Haben Sie ein Geheimrezept – wie halten Sie sich fit?
Helmut Deutsch
Gar nicht extra, nein. Es gibt Situationen, da ist man im Rausch. Letztes Jahr gab es zwei Wochen oder 16 Tage, da habe ich acht Konzerte mit sieben verschiedenen Programmen gespielt – inklusive der sechs Uhr Flüge und abends spielen, Südfrankreich, München und so weiter. Da ist man hochgespannt und hofft, dass alle Anschlüsse funktionieren und dass man nichts vergisst. Die Erschöpfung kommt erst, wenn das vorbei ist.
Ich habe keine Rezepte. Die Freude, diesen Beruf auszuüben, ist immer noch so groß, dass man Wehwehchen vergisst. Die kommen erst, wenn so eine Stresssituation, ich nenne es ungern Stress, denn es fühlt sich nicht so an, nachlässt. Wenn dann alles vorbei ist und man ein paar Tage keine Termine hat, merkt man: Da tut’s weh. In der angespannten, positiv gespannten Situation denkt man darüber nicht nach – da geht es einem gut, da ist nur Glück.
Brigitte Ulbrich
Ihr Kalender ist sehr gut gefüllt.
Helmut Deutsch
Ja und wissen Sie, mich hat als junger Mann erschreckt, wenn ich Dirigenten erlebt habe, die voll Eifer waren – Karl Richter zum Beispiel, das war eine Sensation. Und dann Jahre später wirkte es routiniert. Ich war damals vielleicht 18, 20 oder 23 im Chor und dachte in den Proben: Wird das so, wenn man das jahrzehntelang macht? Dass es einem weniger Spaß macht, dass man nur noch routiniert funktioniert? Davor hatte ich Angst.
Und dann hatte ich eine Probe mit Hermann Prey – eine von vielen – und plötzlich in einem Hugo-Wolf-Lied hört er auf zu singen, haut mit der Faust auf den Flügel und sagt: „Ist das nicht ein unglaubliches Glück, dass wir so einen Beruf haben?“ Er war damals ungefähr 60.
Und ich habe das Glück, dass ich heute älter bin als 60 und mich wahnsinnig freuen kann an einer Modulation oder an einer bestimmten Stelle. Ich spüre, dass der Sänger im Moment dasselbe empfindet – und dass es auch im Publikum ganz leise wird, weil es so schön ist. Dann ist ein verspäteter Zug egal, eine Hetzerei egal. Das gleicht sich aus. Und ich bin sehr glücklich, dass ich das noch machen darf.
Brigitte Ulbrich
Das ist sehr schön gesagt. Ich empfinde es genauso und hoffe auf baldige Konzerte für diese geteilte Freude.
Helmut Deutsch
Es wird im Juni ein Konzert mit Kate Lindsey im Konzerthaus geben. Das ist eine Erstbegegnung. Es gab mehrere Vorschläge vom Konzerthaus anlässlich dieses sogenannten runden Geburtstags: ein Liederabend im Großen Saal mit Jonas Kaufmann, einer im Mozartsaal – vielleicht mit dem oder der. Und ich habe gesagt: Kate Lindsey würde mich faszinieren. Aber, ob sie weiß, wer ich bin, und ob sie überhaupt Liederabende macht – die sind nämlich sehr selten, ist die Frage.
Dann haben wir uns kennengelernt und das war sehr spannend, weil fast alles, was sie im Juni singen wird, für sie neu ist. Sie ist eine großartige Frau, eine große Darstellerin, auch als Schauspielerin in Rollen unglaublich. Hochintelligent, sehr charmant. Wir haben quasi nicht geprobt, sondern ein Programm fixiert. Und darauf freue ich mich, weil das nicht mehr so oft vorkommt, dass man eine Sängerin kennenlernt, die ganz oben ist und keinen festen Klavierpartner hat. Das Kennenlernen war schon spannend – ich bin sehr neugierig, wie das wird.
Brigitte Ulbrich
Proben Sie zu diesem Zeitpunkt schon dafür?
Helmut Deutsch
Nein, das nicht, aber sie war zwei, drei Mal bei mir und wir haben stundenlang am Programm gearbeitet. Ich habe ihr vorgespielt, und dann saß sie neben mir und hat manchmal mitgespielt oder mitgesungen. Einige für sie neue Stücke, ja und das ist auch für mich aufregend: jemanden für neue Dinge zu begeistern.
Brigitte Ulbrich
Sie passen sicherlich sehr gut zusammen als kongeniale musikalische Partner. Wir freuen uns schon auf Ihre Konzerte. Vielen Dank für dieses Interview, eine große Ehre.
Helmut Deutsch
Auch für mich, vielen Dank.
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Dieses Interview führte Brigitte Ulbrich am 22.01.2026 mit Helmut Deutsch in Graz.
Vielen Dank an das Grand Hotel Wiesler in Graz für die Bereitstellung der exklusiven Räumlichkeit.